Elbinsel - Krautsand - Die Chronik
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Elbinsel - Krautsand Chronik

Eine Perle in diesem Kehdinger Land ist die Elbinsel Krautsand. 1575 wird zum ersten Mal eine Insel mitten im Elbstrom mit dem Namen „Krutsand“ erwähnt. Ab 1620 entstanden die ersten richtigen Häuser auf Wurten. Bis 1688 gab es 31 Bauernstellen.


Krautsand war vorübergehend in dänischem und schwedischem Besitz. Nach den Kriegen zwischen Dänemark und Schweden musste Schweden Krautsand an Hannover abtreten.


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Die Krautsander Bauern hatten einen schweren Kampf gegen Hochwasser und Sturmfluten zu führen. Langsam wanderte die Insel. Zunächst riss sie der Strom in zwei Teile : Krautsand und Pagensand. Pagensand schob sich langsam stromaufwärts, während sich Krautsand an das hannoversche Festland schob. So wurde die Süderelbe immer schmaler – heute bildet sie nur noch einen grabenbreiten Priel. An die 30 Mal im Jahr stand die Insel unter Wasser.


Der Buhrfeindsche Gasthof war allen Elbschiffern ein Begriff – weil dort zugleich die Fähranlegestelle nach Glückstadt und bis 1910 auch die Ankerstelle bzw. Reede der großen Ozeandampfer war. Das Haus musste 1864 um 250 Meter zurückverlegt werden, da es vom Abbruch bedroht war. Um 1800 hatte die Familie Buhrfeind hier eine Gaststätte eingerichtet, die sich um 1900 zu einem Ausflugslokal entwickelte. Hier im Hause war die erste Post und auch das erste Telefon. Hier trafen sich Seeleute und Kaufleute der Schiffe, die hier vor Anker lagen. Die Elbe war damals für die großen Schiffe nur bis Krautsand befahrbar. Alle „Geschäfte“ mussten also im Buhrfeindschen Gasthof abgewickelt werden. Das war der eigentliche Beginn des Fremdenverkehrs auf Krautsand, der sich später von Kehdingen bis Hamburg erstreckte.


Seit 1934 versandete das Ufer an der Anlegestelle allmählich- eine Folge der Stromregulierung. Man hat zunächst versucht, die Landungsbrücke zu verlängern, indem man den Ponton verlegte. Als das nicht mehr ausreichte, wurden die Fahrgäste wie in Helgoland ausgebootet. Bis schließlich mit Hilfe der Behörden der damalige Besitzer eine 100 Meter lange Brücke in die Elbe hineinbauen konnte – auf eigene Rechnung. Und er war auch bereit, die Kosten des Auf- und Abbauens jedes Jahr zu übernehmen.
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Eine eigene Kirche erhielt Krautsand erst im Jahre 1682. Sie stand auf einer Wurt mitten auf der Insel. Heute liegt diese Wurt nur noch etwa 200 Meter vom Elbufer entfernt – so hat sich die Insel im laufe der Jahrhunderte verschoben. 1844 / 45 wurde auf der selben Wurt eine neue massive Kirche errichtet.

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Ein richtiges Dorf hat sich auf Krautsand nie entwickelt. Die Höfe standen weit von einander entfernt mitten in ihren Ländereien, damit die Bauern bei Flut das Vieh schnell in die Ställe holen konnten. Auch die Tagelöhnerhäuser befanden sich in der Nähe der Höfe. Zu jedem Hof führte ein Priel. Weitere Einkünfte bezogen die Bauern durch den Verkauf von Reet und Bandweiden. Der Verkauf ging in die Marsch und Geest zum Decken der Häuser. Von den Bandholzanpflanzungen wurden die dreijährigen Ruten für Tonnenbänder genommen. Sie gingen zur Weiterverarbeitung nach Hamburg und von dort in alle Welt.

Bis 1936 war die einzige Verbindung zwischen Krautsand und dem Festland die Fähre nach Dornbusch. Erst dann wurde die Straße nach Drochtersen gebaut. Zu dieser Zeit lebten rund 1000 Einwohner auf Krautsand.
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Die Sorgen wegen der Sturmfluten – die ja oft überraschend kamen – machten ein besonderes Zusammenhalten der Krautsander nötig. So mancher Weihnachtsball und manche Hochzeitsfeier wurde durch das Hochwasser zu einem aufregenden Erlebnis. Die Chroniken berichten über Sturmfluten 1825, 1962, 1973 und 1976. Die Not wurde durch Feuerwehr, Militär und technischem Hilfswerk gelindert. 1978 wurde der neue Deich fertiggestellt, und seitdem sind wir alle in stürmischen Zeiten genauso gleichgültig wie die Binnenländer. Unser Nachrichtensystem untereinander und das Nachdenken über die „Wassersorgen“ der Nachbarn sind entfallen. 

Eva–Maria Buhrfeind  




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