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Fernweh am Strand von Krautsand

Die ehemalige Elbinsel im Spiegel alter Postkarten - Der Glanz vergangener Zeiten



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  Patriotische Fahnen im Wind, gepflegte 
  Promenaden und städtisch gekleidete 
  Besucher – das war Krautsand damals,
  vor hundert Jahren. Vom Glanz dieses 
  einstigen mondänen Badeortes künden 
  Heute noch einige Postkarten.


Und diese wurden damals eifrig geschrieben, auf vornehmen Terrassen der „Etablissiments“ von Buhrfeind oder Möller. Auf Krautsand Zeit haben und es sich gut gehen lassen, gehörte 
zur Jahrhundertwende und in den „goldenen Zwanzigern“ zu den Freizeitbeschäftigungen, vornehmlich der Hamburger. Die „Lustdampfer“ und Barkassen steuerten zur Sommersaison regelmäßig die kleine Elbinsel an. Sandstrand, vornehme Lokale und Hotels mit damals noch unverbauter Aussicht auf den Strom lockten regelmäßig zahllose Besucher auf das Eiland. Nicht wenige verbrachten hier ihren ganzen Urlaub und konnten beim Anblick der vorbei-
ziehenden Überseedampfer ihrem Fernweh frönen. Etwas tröstlich ist, dass auch in der „guten alten Zeit“ das Wetter an der Elbe
zickig war, wie ein Postkartenschreiber 1929 den Lieben daheim anvertraute: „Nach einer schrecklichen Regenwoche haben wir jetzt schon herrliche Sonnentage gehabt. Resi badet und sonnt sich an dem von Buhrfeind angelegten Strand und spielt an den am Wasser stehenden Spielgeräten. Aus- und eingehende Schiffe werden für uns zum Tagesereignis und demgemäß bestaunt.“  
Doch das Eiland hatte auch Schattenseiten. Die winterlichen Sturmfluten nagten an den Wurten mit ihren darauf stehenden Häusern. Der Untergang einer solchen Wurt direkt am Strand etwa 1925 war makaberer Weise sogar Motiv gleich mehrerer Postkarten.
„Programmgemäß einsiedlerisch“ lebte man ansonsten auf der Insel, wie es ein Tourist nach daheim meldete.
Touristisches Highlight war 1912 zweifellos der Untergang des Übersee-Dampfers „Vandalia“ direkt vor der Insel wo anschließend Strandgut der Ladung, in diesem Fall Kinderspielzeug, eingesammelt werden konnte.

Heute ist bekanntlich von diesem „Inselfeeling“ nicht mehr viel übrig. Die Süderelbe, über die noch vor hundert Jahren eine am Wochenende gut genutzte Fähre führte, ist überbrückt und kaum noch wahrnehmbar. Und den Blick auf die Elbe gibt es nur noch vom Deich, der zwar gottlob die Insel heute schützt, ihr aber viel vom einstigen unvergleichlichen Scharm als Perle der Elbe genommen hat.

Quellenangabe: Texte und Fotos von Dietrich Alsdorf



  Es war einmal:
  Buhrfeinds Hotel und wie man dorthin 
  gelangte – per Dampfschiff oder der 
  Kehdinger Kreisbahn

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   Vor hundert Jahren nagte die Elbe an den
   Wurten der damals noch nicht eingedeichten
   Insel. Dieses Haus kurz vor dem Absturz in
   den Fluss war ein beliebtes Postkartenmotiv.




  Unvergleichlich maritim zeigt sich
  hier Krautsand auf einer Postkarte.
  Segelschiffe vor dem Anleger.

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   Als mondäner Bade- und Ausflugsort
   präsentiert sich Krautsand
   buntgeflaggt auf dieser Postkarte.